MVA Pfaffenau

Ab 1.1.2009 darf in Wien kein unbehandelter Restmüll deponiert werden. Mit der neuen, seit September 2008 im Vollbetrieb befindlichen Müllverbrennungsanlage Pfaffenau stellt Wien sicher, dass 250.000 t Restmüll pro Jahr nicht ungenutzt deponiert, sondern gesetzeskonform entsorgt werden können. Mit der thermischen Verwertung des Abfalls, als wertvoller Rohstoff, werden ca. 50.000 Haushalte mit Fernwärme sowie ca. 25.000 Haushalte mit Strom versorgt.

Die für die Planung und Errichtung der MVA Pfaffenau verantwortliche „Wiener Kommunal-Umweltschutzprojektgesellschaft m.b.H.“ (WKU) wurde im Jahr 2002 unter 100%er Beteiligung der Stadt Wien gegründet.

Bereits 2 Jahre nach Beginn der Planungsarbeiten konnte die Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgreich abgeschlossen werden. Nach Beauftragung der Fachfirmen im Folgejahr 2005 wurde es im März 2006 mit den Bauarbeiten begonnen. In nur zweieinhalb Jahren Bauzeit entstand in Simmering eine der modernsten Müllverbrennungsanlagen Europas.

Allgemeine Angaben

Anzahl der Verbrennungslinien:2
Brennstoffmenge:ca. 250.000 t/Jahr
Brennstoffwärmenennleistung:2*40 MW
Elektrische Nettoleistung:ca. 14 MW
Stromversorgung für:ca. 25.000 Haushalte
Fernwärmeauskopplung:ca. 50 MW
Wärmeversorgung für:ca. 50.000 Haushalte
Inbetriebnahme (1. Müllfeuer):09.06.2008
Vollbetrieb:09.09.2008

Anlagenstandort

MVA Pfaffenau

Anlagenkonzept

Folgendes Anlagenkonzept wurde in der MVA Pfaffenau verwirklicht:

  • Rostfeuerung mit mehrstufiger Rauchgasreinigungsanlage und Abwasseraufbereitung
  • Entnahme-Gegendruck-Dampfturbine mit Fernwärmeauskopplung zur Erzeugung von Strom und Fernwärme

Bis zu 200 Müllfahrzeuge der MA48 entleeren täglich ihren Inhalt in den Müllbunker. Zwei Müllkräne heben den Müll in die Aufgabetrichter der beiden Verbrennungsroste. Pro Stunde werden 32 Tonnen Restmüll bei einer Mindesttemperatur von 850 Grad verbrannt.

In den Abhitzekesseln wird das heiße Rauchgas zur Erzeugung von Dampf genutzt. Dieser Dampf treibt mit 40 bar Druck und 400 Grad Celsius eine Dampfturbine zur Erzeugung von elektrischem Strom an. Der nach der Turbine zur Verfügung stehende Dampf wird über Wärmetauscher zur Erzeugung von Fernwärme genutzt, die an das angeschlossene Fernwärmenetz abgegeben wird. Damit können insgesamt ca. 76% der im Abfall enthalten Energie einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden.

Dank einer aufwendigen vierstufigen Rauchgasreinigung - bestehend aus Elektrofilter, zweistufige Nasswäsche, Aktivkoksfilter und einer Entstickungsanlage - erreicht die Anlage niedrigste Emissionswerte. Die gereinigten Rauchgase werden über einen 80 m hohen Kamin in die Atmosphäre abgegeben.

Entsorgte / verwertete Abfälle

100% der jedes Jahr in der Anlage entsorgten bzw. verwerteten Reststoffe werden durch die MA 48 der Stadt Wien angeliefert. Im Wesentlichen werden folgende Abfälle eingesetzt:

  • Aufbereitete Siedlungsabfälle

  • Hausabfälle

  • Sperrige Abfälle

Reststoffe

Nach etwa einer Stunde bleiben am Ende der Verbrennungsroste die nicht brennbaren Bestandteile wie Schlacke, Asche, Schrott und Steine zurück. Der Schrott wird wieder dem Stoffkreislauf in der Stahlindustrie zugeführt. Die von Metallen befreite Schlacke wird in der stadteigenen Anlage beim MA48-Zelt gemeinsam mit der Asche zu Asche-Schlackenbeton verarbeitet und auf der Deponie Rautenweg abgelagert.

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